B314 Epfenhofen – Randen: Asphalteinbau - mit Überraschungen und Hindernissen

Seien wir ehrlich: Der Name Epfenhofen wird den wenigsten etwas sagen. Wer allerdings die „Sauschwänzlebahn“ erwähnt, dürfte - selbst bundesweit - deutlich mehr Erfolg haben. Zwei der markanten Brücken dieser historischen, übrigens vor mehr als 130 Jahren als „Kanonenbahn“ zu militärischen Zwecken angelegten Linie umrahmen den Blumberger Ortsteil. In Sichtweite der kunstvollen stählernen Überführungen beginnt der Abschnitt der Bundesstraße 314, den STORZ jetzt zwischen Epfenhofen und Blumberg-Randen saniert hat. Dessen Straßenführung hat durchaus auch etwas von einem „Sauschwänzle“.

Für die einen ist dies einer der hintersten Zipfel Deutschlands, für die anderen eine intakte Wirtschafts- und Transitregion. Nimmt man die Verkehrszahlen der hier verlaufenden Bundesstraßen zum Maßstab, trifft zweiteres zu: die B27 als Nord-Süd-Verbindung ist ausgesprochen intensiv befahren, und gleiches gilt auch auf die B314 in Ost-West-Richtung. Insbesondere LKW sorgen hier für den Verschleiß der Fahrbahnen.

Zwischen Blumberg-Randen und Blumberg-Epfenhofen bestand deshalb erheblicher Sanierungsbedarf. Auf diesen 2,5 km weist die Strecke ein Gefälle bzw. eine Steigung von durchschnittlich 5,7% auf. Höhenlagen von 660 m NN bis 800 m NN sind zu überwinden. Dreispurig bewegen sich hier PKW und LKW bergauf oder bergab. Entsprechende Scher- und Schubkräfte haben den Fahrbahnen über die Jahre zugesetzt; Kälte und Frost im Winter sowie Sonne und Hitze im Sommer taten ein Übriges: Risse und Verdrückungen der Fahrbahndecken waren die Folgen.

Dem haben die Kolleginnen und Kollegen um Bauleiter Heiko Schlachter (unterstützt von Oberbauleiter Tobias Barthelmeß) und Asphaltbauleiter Markus Kromer nun abgeholfen. Innerhalb weniger Tage sanierten sie Ende Oktober / Anfang November die insgesamt 27.500 m2 der drei- und teilweise vierstreifigen Fahrbahn sowie die Fläche des Parkplatzes bei Randen. Für die Vorbereitung und den Erdbau waren Polier Dominic Fleig, die Facharbeiter David Gemon und Andreas Coccatto sowie Maschinist Dominic Preis zuständig. 9.000 t Deck- und Binderschichten in einer Mächtigkeit von 12 cm wurden innerhalb von drei Tagen herausgefräst. CONVIA Logistik transportierte dieses Material anschließend nach Klengen.

Ihnen folgten die Asphaltpoliere Sven Dorn sowie Ralf und Marcus Wagner mit ihren Teams. Sie waren „mit großem Besteck“ angereist: Wegen des engen Zeitfensters setzen sie gleich drei Fertiger und zwei Beschicker ein. Allerdings hing die ganze Planung natürlich von der Frage ab, ob das Wetter mitspielen würde zu dieser Jahreszeit.

„Das tat es nicht“, resümiert Tobias Barthelmeß. „Wir mussten den Asphalteinbau zeitweise unterbrechen wegen Regens. Und aufgrund der kühlen Witterung konnten wir auch nicht - wie eigentlich vorgesehen - temperaturabgesenkten Asphalt einbauen, sondern mussten auf herkömmlichen Asphalt ausweichen. Allerdings erfolgte der Einbau nach den Maßgaben des Qualitäts-Straßenbaus Baden-Württemberg QSBW 4.0.“ Und am Ende seien es mehr als die vorgesehenen 27.500 m2 Einbaufläche geworden, nämlich über 30.500 m². 5.200 t Binder- und 3.700 t Deckschicht habe man innerhalb kürzester Zeit eingebaut, so der Oberbauleiter. Mischgut, welches in den Anlagen Welschingen und Tuttlingen produziert worden sei.

Aber nicht nur das Wetter habe für Überraschungen gesorgt, schmunzelt Barthelmeß, auch ein defekter Beschicker und der Diebstahl von 900 Liter Diesel hätten die Nerven der Beteiligten strapaziert. Insofern habe man sich gefreut, als Michael Schätzle dann zum Ende mit seiner Reinigungsmaschine für die Sauberkeit dieser sanierten Etappe der B314 habe sorgen können.

Ob dies für den erfahrenen Kehrmaschinen-Chauffeur vielleicht auch eine kleine Herausforderung war? Immerhin am Steuer eines Rechtslenkers und angesichts einer solchen „Sauschwänzle-Strecke“?

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