Erschließungsgebiet Erlenwies in Gailingen: Himmlische Aussichten und historischer Boden

Dieses Idyll atmet Geschichte. Gelegen zwischen dem jungen Rhein und den Wäldern rund ums Bürgli-Schloß, an drei Seiten umgeben von schweizerischen Kantonen, liegt in Gailingen das Baugebiet „Bei der Erlenwies“. STORZ erschließt es für seine neuen Bewohner. Sie werden herrliche Ausblicke haben in Richtung Süden, wenn es im kommenden Jahr fertiggestellt sein wird: auf Weinhänge, Wiesen und Dörfer und auf die Alpen im Hintergrund. Ob die Neubürger aber auch wissen, dass nur wenige hundert Meter weiter vor Jahren die älteste Glocke Baden-Württembergs gefunden worden ist? Knapp 1000 Jahre ist sie alt, die Bürgli-Glocke.

Für solche Überlegungen hat Günter Graf wahrscheinlich keine Zeit. Der Baugeräteführer ist in diesen Sommertagen zusammen mit seinem Maschinisten-Kollegen Andreas Dirschauer, mit den Facharbeitern Wolfgang Reichle und Marko Olywa sowie mit Polier Steffen Hess voll mit dem Verlegen von Kanälen und Leitungen beschäftigt. Schließlich sollen hier 44 Bauplätze entstehen. „Keine kleine Erschließung“, meint denn auch Jungbauleiter Fabian Link, der zusammen mit Oberbauleiter Frank Gehrke für die Umsetzung des Projektes verantwortlich zeichnet.

Man arbeite sich in drei Phasen von Süden nach Norden vor, quasi den Hang hinauf, erklärt Link recht anschaulich. Im Juni habe man mit der Kanalanbindung eines vorhandenen, großzügig dimensionierten Regenüberlaufbeckens begonnen. Dazu habe auch der Einbau eines großen, über 20 to schweren Geröllfangs gehört. Er dient als Ölabscheider. Später werde man dieses Rückhaltebecken noch ausbaggern und ertüchtigen. Man müsse hier angesichts der Hanglage neben dem üblichen Regenwasser doch mit erheblichen Wassermassen aus Quellen rechnen. Die wolle man kontrolliert abfließen lassen, erläutert der Ingenieur.

So idyllisch und abgelegen diese drei Hektar des Neubaugebietes auch sein mögen - hier herrscht normalerweise reger Verkehr. In Sichtweite nämlich befindet sich das Jugendwerk Hegau, eine bedeutende Rehabilitationseinrichtung. Man habe deshalb die Kapellenstraße, welche direkt vom Dorf zum Jugendwerk führt und das Neubaugebiet quert, nur für kurze Zeit schließen können, so Link. Als Umleitung habe man recht aufwendig ein Einbahnstraßen-System eingerichtet, mit dem auch Krankenwagen und sogar Gelenkbusse zurechtkommen konnten. Inzwischen ist die Kapellenstraße wiederhergestellt und für den Verkehr geöffnet.

Über 1 km Stahlbetonkanäle von DN 300 bis DN 1000 wird man hier nach und nach verlegen. Das Besondere: Es wird drei Kanalsysteme geben – jeweils eines für Regen-, für Schmutz- und für Fremdwasser. Dies ist das Wasser aus Quellen im höher gelegenen Wald, welches in Drainagen gesammelt und dann abgeleitet wird, nicht nur ins Regenüberlaufbecken, sondern auch zu einem nahegelegenen Fischteich. Der Fremdwasserkanal dient quasi als Bypass, um die anderen Rohrleitungen nicht zu überlasten.

Ein kompliziertes System von Versorgungs- und Entsorgungsleitungen wird also hier installiert. Nur Gasleitungen sind nicht vorgesehen. So will man die künftigen Bauherren motivieren, sich für alternative Wärmequellen wie Solarthermie, Erdwärme, Pelletheizungen oder Luftwärmepumpen zu entscheiden.

Baggerführer Günter Graf hat sich dann doch noch etwas Zeit genommen, seine Arbeit und die seiner Kollegen mit der Drohne zu dokumentieren. Ihm verdanken wir die Luftaufnahmen. Himmlische Aussichten und historischer Boden.

Blicke an den Himmel und vom Himmel sind jedoch nur das eine. Der aufmerksame Blick aus Bodennähe das andere. Die aus dem 11. Jahrhundert stammende Bürgli-Glocke wurde in Gailingen nämlich bei Bauarbeiten gefunden.

 

Informationen zu den Bildern:

 

Das Baugebiet Erlenwies in Gailingen von Süden aus gesehen.

 

In drei Teilen wurde der große Geröllfang angeliefert.

 

Jungbauleiter Fabian Link.

 

Idylle pur: Weinhänge, Rhein und das schweizerische Diessenhofen.

 

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